Giftköder – was ist zu tun?

Giftköder – was ist zu tun?

Vor einigen Tagen wurde bei mir in der Nähe ein Giftköder gefunden, die betroffenen Hunde wurden sofort in die Klinik gefahren und konnten so gerettet werden.

Seitdem bekomme ich viele Fragen gestellt, was denn zu tun sei wenn der eigene Hund einen Giftköder gefressen hat und wie man das vermeiden kann.

Aus diesem traurigen Anlass gibt es heute diesen Beitrag, indem ich mal alles zusammenfasse was wichtig ist.

Vorbeugung
Es gibt verschiedene Dinge die man tun kann, um zu verhindern dass der eigene Hund einen Giftköder frisst:

  • Anti-Giftködertraining, in dem der Hund lernt essbare Dinge auf dem Boden anzuzeigen, sie liegen zu lassen oder im Notfall wieder auszuspucken. Zumindest das Abgeben von Dingen die euer Hund im Maul hat sollte JEDER Hundehalter trainieren, da es auch sinnvoll ist wenn euer Hund irgendetwas anderes im Maul hat was er nicht fressen oder zerlegen darf.
  • Sichern mit Brustgeschirr und Leine (gegebenenfalls Schleppleine): Hier müsst ihr auch sehr genau darauf achten was euer Hund am Boden alles so findet, denn wenn das am Ende einer 10 Meter Schleppleine passiert und ihr mit am ratschen seid erwischt euer Hund das Gift trotzdem. Dies geht also nur in Verbindung mit sehr aufmerksamen Spazieren gehen.
  • Maulkorb. Bei Hunden die extreme Staubsauger sind und wirklich alles sehr schnell fressen was sie finden, kann dies auch eine Möglichkeit sein. Wichtig hier ist, dass der Maulkorb positiv trainiert wurde und euer Hund ihn gerne trägt. Es sollte ein bequemer Maulkorb sein in dem euer Hund gut hecheln und auch saufen kann. Auf gar keinen Fall solltet ihr eine Maulschlaufe oder einen Stoffmaulkorb nehmen da diese nur das Maul zudrücken, sehr unbequem sind und die Hunde weder hecheln noch trinken können.
  • Aufmerksam spazieren gehen, den eigenen Hund immer im Blick haben und früh genug erkennen wenn er etwas wittert. Anzeichen hierfür sind z.B. wenn euer Hund auf einmal die Richtung wechselt und entweder sich mit hoch erhobener Nase witternd oder am Boden suchend schnell in eine Richtung bewegt.


Giftköder erkennen
Giftköder kommen leider in allen möglichen Formen. Am „beliebtesten“ sind:

  • Frikadellen (Fleischpflanzerl für die Bayern), Fleischbällchen
  • Rohes Schnitzel
  • Wiener Würstchen

Diese sind präpariert mit:

  • Gift (Schneckenkorn, Rattengift, Frostschutzmittel
  • scharfen Gegenständen (Rasierklingen)

Letztendlich kann alles verwendet werden was Hunden extrem gut schmeckt. Das wird dann entweder gespickt mit scharfen Gegenständen oder das Gift wird mit dem rohen Fleisch vermischt, aufs Schnitzel geschmiert und dies dann zusammengerollt etc.

 

Wo liegen diese am meisten aus?

  • Im Gebüsch, wo der Hundehalter es nicht mehr so gut sieht, der Hund jedoch noch leicht hinkommt
  • An Wegrändern beliebter Spazierstrecken von Hundehaltern
  • In der Stadt an Stellen wo die Hunde sich gerne erleichtern: an Bordsteinen, Grünflächen etc.

 

Was ist zu tun?

Wenn ihr den Verdacht habt das euer Hund einen Giftköder gefressen hat heisst es schnellstens zum Tierarzt fahren. Folgende Dinge solltet ihr beachten:

  • Wenn Reste des Giftköders noch da sind in eine Tüte oder Dose tun und mit zum Tierarzt nehmen
  • Wenn keine Reste da sind aber euer Hund sich erbrochen hat oder Durchfall hatte: Dieses einsammeln und mit zum Tierarzt nehmen
  • Stelle kennzeichnen / Passanten bitten dies zu tun damit kein anderer Hund und auch keine Kinder Reste des Köders erwischen
  • Beim Tierarzt anrufen damit das Team vorbereitet ist
  • Symptome so genau wie möglich beschreiben
  • Auf KEINEN FALL selbst probieren ob ihr euren Hund zum Erbrechen bringen könnt. Evtl. verschlechtert sich der Zustand eures Hundes dadurch, je nachdem was er gefressen hat. Jedes Gift braucht eine andere Behandlung, entweder muss euer Hund zum erbrechen gebracht werden, ein Gegengift wird gespritzt oder es muss im Fall von scharfen Gegenständen im Köder operiert werden
  • Wenn ihr mit mehr als einem Hund unterwegs seid transportiert diese getrennt. Falls sich einer von ihnen erbricht, kann es sein das der/die anderen das Erbrochene fressen und dadurch das Gift aufnehmen
  • Fahrt vorsichtig auf dem Weg zum Tierarzt oder bittet jemand anderen zu fahren wenn ihr zu aufgewühlt seid. Es nutzt niemandem etwas wenn ihr auf dem Weg einen Unfall baut!

 

Symptome

Die Symptome können je nach Art des Giftköders zu verschiedenen Zeiten auftreten. Von einer Stunde nach Aufnahme des Köders bis hin zu einer Woche später ist alles möglich. Folgende Symptome können auftreten:

  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Apathie, Blick ins Leere, Ohnmacht
  • Verweigern von Futter und/oder Wasser
  • Fieber oder Untertemperatur (Normaltemperatur eines gesunden Hundes: 37,5 – 39 °C, Welpen bis 39,5 °C)
  • Muskelzittern, Krämpfe, Zähneklappern
  • Blasse Schleimhäute, blasses Zahnfleisch
  • Starkes Hecheln/Speicheln
  • wankender Gang, unkoordinierte Bewegungen, Lähmungserscheinungen
  • geweitete oder stark verengte Pupillen
  • Blut im Urin/Kot, Blut aus verschiedenen Körperöffnungen
  • Unruhe
  • Atemstörungen (kann bis zum Atemstillstand gehen)

Wenn ihr euch nicht sicher seid ob euer Hund unterwegs etwas gefressen hat aber einer der Symptome zeigt geht bitte direkt zum Tierarzt. Besser einmal zuviel als einmal zu wenig!

Leider ist es heutzutage so dass es viele Hundehasser gibt. Diese gefährden nicht nur unsere Hunde sondern auch andere Wildtiere und natürlich ebenso Kinder! Denn diese untersuchen gerne was es so alles auf dieser Erde gibt.

Solltet ihr also einen Giftköder vor eurem Hund entdecken:

  • Sichert euren Hund, das er auf keinen Fall an den Köder kommt
  • Macht ein Foto vom Köder und Fundort
  • Verpackt den Köder in eine Tüte (z.B. Kot Tüte) oder in einen Behälter
  • Kennzeichnet den Ort und entfernt alles was nach Köder aussieht, damit kein Kind oder Tier gefährdet ist
  • Bring alles zur Polizei und äußert euren Verdacht auf Giftköder, stellt Anzeige gegen Unbekannt

Natürlich hilft es auch das man achtsam und Rücksichtsvoll ist wenn man mit seinem Hund unterwegs ist, damit solchen Hundehassern nicht noch mehr Anlass gegeben wird. Ich denke aber auch das nichts, absolut gar nichts so ein Verhalten entschuldigt! Die Gefährdung von Lebewesen ist ein absolutes NoGo, und da könnte auch ich als absolute Pazifistin wirklich aggressiv werden. Nachdem ich es leider nicht abstellen kann, dass es solche Menschen auf dieser Welt gibt, bleibt mir nur euch so gut wie möglich darauf vorzubereiten.

Wenn ihr einen guten Trainer vor Ort habt macht ein Anti-Giftködertraining! Man kann sich das zwar auch alleine erarbeiten, aber dieses Training hat viel mit gutem Timing zu tun und ein guter Trainer wird euch da besser durchführen und Fehler gleich im Ansatz erkennen und eure Hunde dadurch schneller sicherer machen.

Ich biete in unregelmäßigen Abständen Anti-Giftköder Trainings an, bei Bedarf bitte einfach melden oder auf meiner  Homepage nach den nächsten Terminen schauen:

Hund-er-leben

Passt auf eure Hunde auf!

Gute und sauber arbeitende Trainer findet ihr hier:

Gewaltfreies Hundetraining

 

 

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