Tierschutzvereine – worauf solltet ihr achten?

Tierschutzvereine – worauf solltet ihr achten?

Wenn man einen Hund aus dem Tierschutz adoptieren will, ist es natürlich wichtig, sich vorher genau über den Hund zu informieren und sich auch Gedanken zu machen, welcher Hund zu einem passt.

Allerdings ist es auch wichtig, drauf zu achten, das der Tierschutzverein, über den man seinen Hund adoptieren will, ordentlich arbeitet. Denn auch hier gibt es große Unterschiede!

Auf diese Punkte solltet ihr achten:

  • macht der Tierschutzverein eine Vorkontrolle? Das bedeutet nicht, dass der Verein euch nicht vertraut, sondern einfach dass versucht wird den Tieren den bestmöglichen Platz zu suchen. Und dafür ist eine Vorkontrolle einfach wichtig, denn auch wenn ihr alles für euren neuen Gefährten tun würden, gibt es doch einige Menschen die nicht ganz wahrheitsgetreu ihre Lebensumstände angeben.
    Bei einer Vorkontrolle wird einfach geschaut, ob es tatsächlich wie angegeben z.B. keine steilen Treppen gibt,  da der ausgesuchte Hund diese nicht laufen könnte.
    Oder ob das angegebene große Einfamilienhaus mit schönem Garten nicht doch eine 1 Zimmer Wohnung im 6. Stock eines Hochhauses ist.
    Ein gut arbeitender Tierschutzverein wird wissen wollen, wohin der Hund kommt, damit er nicht wieder zurück gegeben wird oder vom Regen in die Traufe kommt.
  • Wenn der Verein in Deutschland ist (z.B. ein Tierheim), dann solltet ihr des öfteren kommen, und mit dem Hund mehrmals Gassi gehen. So könnt ihr euch gegenseitig besser kennen lernen und ein Gespür füreinander entwickeln.
    Kein sauber arbeitender Verein wird euch den Hund einfach so mitgeben, wenn ihr das erste mal da seid.
    Ich habe des öfteren Kunden mit Hunden im Training, wo das genauso gehandhabt wird. Oft kommen diese Hunde aus Verein, denen es NICHT darum geht den besten Platz zu finden, sondern die einfach eine hohe Vermittlungsquote haben wollen. Das ist weder zum Wohl des Tieres noch zum Wohl des Menschen, denn häufig werden Hunde aus solchen Vermittlungen wieder abgegeben weil sie aus den verschiedensten Gründen nicht in das Leben des jeweiligen Menschen passen.
  • Ihr werdet genauestens darüber aufgeklärt, falls der Hund problematisches Verhalten zeigt. Es wird nichts geschönt, aber es werden euch auch Lösungsmöglichkeiten und gut arbeitende Trainer empfohlen. Hier ist Aufklärung sehr wichtig, denn jeden Hund als „Kinderlieb“, „super Sofakumpel“ und „vollkommen unkompliziert“ zu bezeichnen, nur um ihn weiterzuvermitteln ist schlichtweg fahrlässig. Der Tierschutzverein sollte in der Lage sein eine genaue Beschreibung des Hundes geben zu können, und falls das nicht möglich ist, weil z.B. über seine Vorgeschichte nichts bekannt ist, sollte das auch so gesagt werden.
    Fragt lieber mehr nach, und wird bei den Antworten nur ausgewichen oder es werden immer verschiedene (sich wiedersprechende) Antworten auf eure Fragen gegeben, solltet ihr hellhörig werden.
  • Der Verein wird euch auch nach der Vermittlung zur Seite stehen und versuchen mit Rat und Tat zu helfen. Außerdem sollte im Schutzvertrag mit drin stehen, das wenn ihr den Hund wieder abgeben müsst, er nur zu dem Verein zurück gegeben werden darf, von dem ihr ihn haben. Dies schützt den Hund davor zum Wanderpokal zu werden.

Also bitte seid nicht beleidigt, wenn sehr viele Fragen gestellt werden, eine Vor- und im Idealfall auch eine Nachkontrolle gemacht wird, und ihr gebeten werdet öfter als einmal mit dem Hund spazieren zu gehen, bevor er ganz zu euch ziehen darf.
Das hat nichts damit zu tun, dass die Tierschutzvereine es euch so schwer wie möglich machen wollen, sondern das für den Hund das passende Zuhause gefunden werden soll.

Finger weg von:

  • Vereinen (oder Personen) die möchten, das ihr den Hund gleich mitnehmt, keine Vorkontrolle machen und sich grundsätzlich nicht dafür interessieren, wie ihr euch euer Leben mit Ihrem neuen Tiergefährten vorstellen.
  • Vereinen (oder Personen) die euch keinerlei Auskünfte über den Hund geben können.
  • Vereinen (oder Personen) die euch Druck machen euch sofort zu entscheiden. Solch eine Entscheidung sollte nicht über Wochen rausgezögert werden, aber ihr habt durchaus das Recht euch ein paar Tage Gedanken zu machen und mehr als einmal mit dem Hund spazieren zu gehen, bevor ihr euch entscheidet.

Ich selbst nehme grundsätzlich nur Tiere aus dem Tierschutz, und habe zum Glück genügend sehr gute und sauber arbeitende Tierschutzvereine, denen ich absolut vertraue, unter anderem: Häuser der Hoffnung und eine Kollegin von mir die großartigen Tierschutz in Rumänien macht: Sandra Pfaffinger von Natürlich mit Hund.

Habt ihr gute oder schlechte Erfahrungen mit Tierschutzvereinen oder vielleicht auch mit Züchtern gemacht?

Teile diesen Artikel ...
Share on Facebook
Facebook
Share on LinkedIn
Linkedin
Share on Google+
Google+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.