Think Positive

Think Positive

Vom 10. Oktober bist 13. November gibt es wieder die Blogparade, dieses Jahr unter dem Motto „Fair statt fies“ Dazu möchte ich natürlich meinen Beitrag leisten um mehr positives ins Leben von euch und euren Hunden zu bringen! Es geht nämlich durchaus, fair statt fies mit euren Hunden umzugehen – und das hat auch Auswirkungen auf euch selbst!

 

Immer wieder rufen bei mir Kunden an, die einen Termin haben möchten da ihr Hund Probleme macht. 

Manchmal sind es „echte“ Probleme, z.B. Aggression gegenüber Artgenossen oder Menschen, Trennungsangst oder auch fehlende Leinenführigkeit, welche bei einem 45 Kilo Hund schon mal wirklich anstrengend sein kann.

Manchmal sind es typische Junghund „Probleme“: Der Hund folgt nicht mehr, ist draussen nicht wirklich ansprechbar und generell läuft nichts mehr so wie in den ersten Monaten des Zusammenlebens.

Hier gibt es jetzt zwei unterschiedliche Arten von Menschen: Die einen wollen ihrem Hund wirklich helfen. Natürlich sind sie auch mal genervt vom vermeintlichen Fehlverhalten, aber die Grundintention ist: Meinem Hund geht es damit nicht gut und das möchte ich ändern.

Und dann gibt es die, die erst einmal aufzählen was der eigene Hund alles falsch macht, dabei fallen oft Sätze wie: Der will mich ärgern, der testet nur aus, das ist Protest, er weiß genau das er das nicht darf. Und mein Lieblingssatz „Der will mich dominieren“. Das ganze wird in einem extrem genervten Tonfall vorgebracht.

Und genau hier liegt dann schon zumindest ein großes Wahrnehmungs-Problem: es werden nur noch die schlechten Seiten und Probleme des Hundes wahrgenommen, aber nicht mehr seine guten und positiven Seiten. Und es wird auch nicht mehr wahrgenommen, das es einen Grund geben könnte, warum der Hund sich verhält wie er sich eben verhält. 

Meist geht das einher mit Training welches auf Bestrafung basiert. Die Menschen warten bis der Hund ein (in ihren Augen) falsches Verhalten zeigt und bestrafen ihn dafür. Der Fokus liegt hier ausschliesslich auf dem Fehlverhalten des Hundes. Dabei auffällig ist, das diese Menschen einen grundsätzlich eher negativen Blick auf die Welt haben und häufig sehr verbissen und auch unglaublich gestresst sind. Kein Wunder wenn ich nur negatives an meinem Hund sehe und immer aufpassen muss, dass ich auf gar keine Fall irgend etwas durchgehen lassen darf, da ja angeblich mein Hund mir morgen sonst komplett auf der Nase herum tanzt.

In so einem Fall bespreche ich mit den Leuten erst einmal, was ihr Hund alles Tolles kann. Und wenn man ein bißchen nachdenkt kommt da einiges zusammen. Wenn wir dann eine Liste aufgestellt haben, was alles positiv am Hund ist, sind die meisten Menschen schon gar nicht mehr so sehr genervt vom angeblichen Fehlverhalten. Und es ist toll zu sehen wie sich viele Menschen dann gleich entspannen und mich voller Hoffnung fragen: Darf ich wirklich meinen Hund so positiv sehen? Manchmal habe ich das Gefühl das sich manche gar nicht mehr trauen, ihren Hund einfach lieb zu haben, da ihnen sonst vorgeworfen wird das sie ihren Hund verweichlichen und dieser nie wieder auf irgendein Kommando hören wird.

Danach schauen wir uns das Problem an, für welches es in der Regel einen guten Grund gibt. Entweder hat Charly es tatsächlich noch nicht gelernt, dass es kein guter Plan ist den Jogger zu jagen, auch wenn es so viel Spaß macht oder Emma hatte einige sehr unschöne Begegnungen mit anderen Hunden und denkt jetzt: Angriff ist die beste Verteidigung und hat damit ja auch meistens Erfolg.

Wenn wir jetzt ins Training einsteigen mit dem Fokus auf dem, was der Hund schafft, haben wir eine ganz andere Lernatmosphäre: Die Menschen können stolz auf ihren Hund sein, der schon viel schafft und der Hund fühlt sich gut, weil er für das richtige Verhalten endlich mal gelobt wird anstatt nur permanent geschimpft wird. Außerdem liegt das Training jetzt im Bereich des Machbaren für unseren Hund: ich gestalte es zumindest in der Trainingssituation so, das der Hund es immer gut schaffen kann. So kann ich loben und belohnen, mein Hund hat nicht mehr das Gefühl ständig etwas falsch zumachen. Im Alltag versuchen die Menschen nun, ihren Hund besser durch Situationen zu führen, die ihm unangenehm sind und nehmen so auch wieder den Druck raus und können wiederum erwünschtes Verhalten loben und belohnen.

Und das finde ich so immens wichtig. Jeder freut sich über Lob. Jeder fühlt sich gut, wenn anerkannt wird, was er tolles kann. Und jeder fühlt sich gut wenn er loben kann und positives Feedback geben kann. Das ist dann ein Gewinn auf beiden Seiten.

Wenn sich die Menschen mehr darauf konzentrieren, was ihr Hund alles tolles kann und schafft, sind sie plötzlich öfter stolz als genervt. Die Sichtweise ändert sich von: Ich hab einen voll nervigen Hund zu: ich hab den besten Hund der Welt, auch wenn er vielleicht in manchem Situation anders reagiert als wie es gesellschaftlich erwünscht wäre. 

Und Bello, Charly und Emma bekommen endlich auch positives Feedback, welches gute Gefühle macht. Und wenn man positiv gestimmt ist, ist die Welt um einen herum vielleicht nicht mehr ganz so gruselig. Oder der Erzfeind nicht mehr ganz so schlimm.

Positive Thinking ist nicht nur unter Menschen eine gute Sache – unsere Hunde (und dadurch auch wir) profitieren dadurch enorm!

Also denkt daran wenn das nächste Mal der Mülleimer ausgeleert wurde, euer Hund euch durch die Gegend zieht oder den Erzfeind anpflaumt: Es gibt auch gute Seiten. Und davon in der Regel ziemlich viele 😉

Teile diesen Artikel ...
Share on Facebook
Facebook
Share on LinkedIn
Linkedin
Share on Google+
Google+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.