Stimmungsübertragung Teil 1

Stimmungsübertragung Teil 1

Was ist Stimmungsübertragung?

Stimmungsübertragung, Handlungsangleichung, im Sinne der sozialen Verstärkung, die Übernahme von Motivationen bzw. Verhaltensweisen durch die Mehrzahl der Gruppenmitglieder.

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Bei uns Menschen kennen wir das: wenn einer anfängt zu Gähnen, gähnt man selbst schnell mit. Sehr ansteckend ist auch lachen, das könnt ihr ganz einfach hier mal ausprobieren und euch anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=EeauvE1M7qc

Aber wie ist das jetzt bei unseren Hunden? Auch hier können Stimmungen übertragen werden, etwa Unsicherheit, Fröhlichkeit oder auch Trauer.

Die Mehrhundehalter unter euch kennen das vielleicht. Ein Hund ist etwas mürrischer und lässt sich von seinem fröhlichen Kumpel doch zum spielen anstecken. Wenn ein Hund stark trauert, weil er z.B. einen Partner verloren hat, so überträgt sich dies oft auch auf die restlichen Hunde im Haushalt, die den Verlust sonst ganz gut weggesteckt hätten.

Es gilt also auch bei Hunden: Alle Emotionen sind auf andere Hunde übertragbar. Was bedeutet dies nun für uns genau?

Beim spazieren gehen mit einzelnen Hunden:

  • Achtet darauf wenn ihr unterwegs seid, und ihr anderen Hunden begegnet. Trefft ihr auf einen Hund der schlecht gelaunt ist kann hier die Stimmung schnell kippen, wenn sich euer Hund auf den Stänkerer einlässt, obwohl er normal keiner Fliege etwas zuleide tun würde.
  • Wenn ihr einen sehr ängstlichen Hund habt kann sich dies auf andere Hunde übertragen die ihr trefft, oder mit denen ihr unterwegs seid. Es kann sein dass der Gelassenere eurem Hund Mut macht, es kann aber auch in die andere Richtung gehen, und auf einmal seid ihr mit zwei unsicheren Hunden unterwegs.

Beim spazieren gehen mit festen Hundegruppen:

  • In Hundegruppen passiert eine Stimmungsübertragung schneller als unter einzelnen Hunden!
  • Achtet bei Begegnungen mit anderen Hunden auf die „Stänkerer“ eurer Gruppe, auf die Hunde die schnell ins mobben oder zicken kippen. Hier kann sich die ganze Gruppe zusammentun und als eine Einheit einen anderen Hund jagen, mobben oder anzicken.

Tipps:

  • „Unruhestifter“ anleinen
  • Entspannte Hunde einzeln entgegenkommenden Hund begrüßen lassen
  • Erst dann den „Unruhestifter“ dazu lassen, aber im Auge behalten! Gar nicht erst ein wildes Spiel zulassen.
  • Sicherheit geht immer vor und im Zweifelsfall weicht man dann eben mit der kompletten Gruppe aus.

Bei der Überlegung einen neuen Hund zum vorhanden dazu zu holen:

Dies ist ein ganz eigenes Thema und auch einen eigenen Artikel wert, aber das was ihr beachten solltet in Hinblick auf Stimmungsübertragung ist:
  • Habe ich einen schnell hochgestressten Hund daheim, macht es keinen Sinn einen zweiten „Stressi“ dazu zu holen. Das potenziert sich schnell, und ihr habt Mega gestresste Hunde daheim
  • Das Gleiche gilt letztendlich bei allen negativen Gefühlswelten. Habe ich einen sehr ängstlichen, vorsichtigen oder aggressiven Hund ist es einfach nicht schlau, einen ähnlichen Hund dazu zu holen.
  • Es KANN funktionieren, einen ruhigen Hund zu einem hochgestressten Hund zu holen, aber es besteht auch die Möglichkeit dass der entspannte Hund bald nicht mehr ganz so entspannt ist.
Wenn ihr Fragen oder Feedback zu dem Thema habt: Immer her damit!
Im zweiten Teil geht es um die Stimmungsübertragung zwischen Mensch und Hund.

 

 

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